Forum zur Cannabis-Petition

Um euch eine einheitliche und offene Plattforum für Diskussionen zu bieten haben wir gestern Abend noch ein Forum eingerichtet. Hier kann sich jeder anmelden, mitdiskutieren und vernetzen. Im Gegensatz zum Bundestagsforum dürfen bei uns auch Links gepostet werden. Bitte Weitersagen, bis später im Forum Cannabis-Petition!

18 Responses to “Forum zur Cannabis-Petition”

  1. ROOTman Says:

    Hallo!

    Ich finde euer Engagement super, doch ich denke die viele Energie die in dieses Projekt gesteckt wird könnte weitaus wirksamer genutzt werden.
    Ich frage mich schon lange, warum sich die Leute welche ein Interesse an Cannabispolitik haben, sich nicht Bundesweit in einer Partei organisieren.

    Ich denke, dass jeder Politiker (zumindest Zugriff auf) die -teilweise seit Jahren- annerkannten Erkenntnisse auf diesem Gebiet hat. Denn jeder Politiker im Bundestag hat eine ganze reihe von “Experten” um sich, von welchen er (z.B. wissenschaftlich) beraten wird.

    Daher glaube ich, dass es nach wie vor so ist, dass die politische Einstellung der Regierung von wirtschaftlichen Interessen gelenkt wird. So zum Beispiel die Tatsache, dass die Prohibition die Mafia fördert. Eine Tatsache, welche seit der Alkoholprohibition in Amerika jedem Bekannt ist. Niemand könnte das leugnen. Aber der Mafia geschadet, hat diese Erkenntnis bis heute nicht.

    Das in der “Cannabis Frage” bis heute überhaupt solch groteske und -u.a. für die Volkswirtschaft / Volksgesundheit bzw. die Gesellschaft im allgemeinen- dermassen schädliche Gesetze möglich waren/sind , macht eines mehr als deutlich:

    Die jeweilig aktuell gewählte Regierung wird falls nötig stets von irgendwelchen “dunklen Mächten” zersetzt, um gewisse politische Züge zu lenken und zu beeinflussen und so z.B. eine Legalisierung von Marihuana weitestgehend zu verhindern. Auch wenn eine regierungsbildene Partei vorher im Wahlprogramm noch so vernünftige Ansätze bewirbt.

    Das klingt nach hahnebüchener Verschwörungstheorie und doch gibt es in der Geschichte genügend Anzeichen für einen derartigen Einfluß einer mächtigen Anti-Cannabis-Lobby auf die Politik und die Gesetzgebung.

    Der Duft nach Verschwörung rührt letztlich daher, dass die Zusammenhänge wirtschaftlicher und politischer Macht in einem sehr grobmaschigen und weit verzweigten Netz von Kausalitäten wirken.

    In der Meteorologie habe ich mal ein schönes Beispiel zur Erklärung der Zusammenhänge unseres Klimas gehört:
    Der Flügelschlag eines Schmetterlings hier, könne demnach auf der anderen Seite der Erde einen Wirbelsturm auslösen.
    Ich denke in der Politik wirken ähnich komplizierte Dynamiken auf die Machthaber ein.

    Seit einiger Zeit reift auch in mir, bedingt durch die jedem Interessierten gut bekannte Situation, der stetig wachsende Drang selbst Aktiv zu werden.

    Ich habe mich in Sachen Drogenpolitik bereits an die Grünen gewandt, weil ich glaubte dort am ehesten Verbündete für „unsere“ Sache zu finden. Doch trotz relativ vielversprechendem Programm in dieser Hinsicht glaube ich mittlerweile, dass auch die Grünen nicht genügend Engagement an den Tag legen um wirklich etwas zu Bewegen. Denn sobald eine Partei an Macht gewinnt, beginnt sie in der Regel Lobbypolitik zu betreiben und sich von wirtschaftlichen Interessen leiten zu lassen.

    Da die Lobby gegen eine Legalisierung – vor allem weil von mafiösen, korrupten Strukturen zersetzt – riesig und sehr machtvoll ist und diejenigen, die sich direkt von den negativen Auswirkungen der Prohibition betroffen sehen selbst nicht genügend Organisiert und Motiviert sind, sehe ich derzeit kaum Chancen das sich etwas ändert. Denn niemals zuvor gab es ein größeres wirtschaftliches Interesse am Verbot von Cannabisprodukten. Unter anderem auch eine unmittelbare Folge der Globalisierung. Da dieses Interesse im Einklang mit den Interessen der internationalen Drogenmafia steht, gibt es heute eine “Anti-Legalisierungs-Lobby von nie dagewesenen Ausmaßen.

    Doch es liegt Revolution in der Luft!!!

    Proposition 19 hat es, wenn auch gescheitert, ebenso deutlich gemacht wie die jüngsten Entwicklungen in Spanien, Tschechien, etc.
    Der Schildower Kreis, der DHV, die IACM, Polizeigewerkschaften und zahlreiche weitere Personen und Organisationen stärken den Legalisierungs Befürwortern den Rücken wie noch nie und liefern wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse, Argumente und Fakten.

    Der Punkt ist jedoch, dass keine im Bundestag vertretende Partei eine ernsthafte Diskussion anstrebt und dieses Thema – wenn überhaupt – lediglich als politisches Pflichtprogramm behandelt wird, welches selbst von denen gerne vergessen und verdrängt wird, die eigentlich Vernünftige Ansätze in Ihrem Parteiprogramm propagieren. Drogenpolitik muss jedoch im Kontext der gesamten (Welt-)Politik fest eingebunden sein. Wer von sich behauptet das Wohl der Gemeinschaft im Sinn zu haben, muss Drogenpolitik zudem in Zusammenhang mit Klimawandel, Weltwirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit sowie dem Abbau im Sozial- und Gesundheitswesen sehen und darf die gegenseitigen Wechselbeziehungen dieser Themen zu einander nicht ignorieren.

    Wenn die Petition durchkommt, beschäftigt man sich im Bundestag gezwungener Maßen mit dem Thema und hofft insgeheim dass bald etwas wichtigeres auf der Tagesordnung steht und die Cannabis Diskussion in den Hintergrund treten lässt. In der Zwischenzeit wird dem alten Brei einfach irgendwas neues beigemischt, um mit möglichst geringen Zugeständnissen (zugunsten Andersdenkender), sowie möglichst wenig Aufwand so zu tun, als hätte man angemessen auf die Petition reagiert.

    Daher die Idee eine eigene, bundesweit agierende Partei zu Gründen.
    Die PCG Deutschland!

    Es gibt meines Wissens nach in der deutschen Parteienlandschaft bisher keine einzige Partei welche die Legalisierung von Cannabis im speziellen sowie die Änderung der Drogenpolitik im allgemeinen als oberstes Ziel hat.

    Wenn man die Interessen der Millionen von Betroffenen der derzeitigen Politik glaubhaft vertritt, sollte es aber doch ein leichtes, jedoch zumindest aber machbar sein, genügend Mitglieder und Wähler zu finden um als Partei ernst genommen zu werden.

    In Steffen Geyer´s aktuellem Aufruf zur Unterzeichnung der Petition, werden einige der zahlreichen Interessengruppen aufgezählt.
    Jeder Headshopbetreiber, jeder Kiffer und jeder der ein Interesse daran hat, dass die Verschwendung von Milliarden an Steuergeldern, welche die Umsetzung der Drogenpolitik verschlingen, aufhört und viele viele Menschen mehr währen potenzielle Wähler dieser Partei.

    Der Kampf um die Freigabe als Genussmittel wird meiner Meinung nach, maßgeblich unter folgenden Personengruppen ausgefochten:

    Gruppe 1: wirtschaftliche Profiteure des Verbots

    Gruppe 2: Nicht- Konsumenten welche sich weder eingehend mit dem Thema Cannabis beschäftigen, noch ein persönliches Interesse an einer Legalisierung und / oder dem Verbot haben. Diese Gruppe unterteilt sich in zwei Lager: Gegner der Legalisierung und Neutrale ohne eigene Meinung zum Thema.

    Gruppe 3: Gelegenheitskonsumenten, deren Konsum in einem so geringen Maß stattfindet, das es ihnen völlig egal ist ob Cannabis legalisiert wird oder ob alles bleibt wie es ist.
    Sie kaufen sich ab und zu etwas bei einem Bekannten und tolerieren den Schwarzmarktstatus kampflos. Die meisten sind einer Legalisierung gegenüber aufgeschlossen, einige lehnen sie auch trotz des eigenen Gelegenheitskonsums ab.

    Gruppe 4: Konsumenten, Einstellung: pro Legalisierung

    Gruppe 5: wirtschaftliche Profiteure einer Legalisierung

    Gruppe 1 wird sich stets gegen eine Legalisierung aussprechen, da finanzielle Einbussen die unmittelbare Folge für diesen Personenkreis wären. Diese Gruppe ist auch gleichzeitig die finanzstärkste. Gruppe 2 und 3 enthält sich oder droht durch Gruppe 1 von vermeintlichen negativen Folgen einer Legalisierung überzeugt zu werden.

    Nur ein kleiner Teil von Gruppe 3 tritt aktiv für eine Legalisierung ein. Der gut ausgebildete Akademiker, welcher sich gelegentlich gerne mal einen Joint zum Feierabend gönnt, wird von seinen Mitmenschen nicht als Kiffer wahrgenommen und sieht selbst auch keine Notwendigkeit für ein „Comming Out“. Auch von der Petition hat er womöglich noch nichts gehöhrt.
    Die Thematik der Legalisierung geht an ihm vorbei da der Cannabis Konsum für ihn nur einen geringen Stellenwert in seinem Leben hat. Er raucht halt gerne mal einen Joint und weiß wo er sich versorgen kann. Niemand bekommt´s mit und daher stört´s auch niemanden.

    Diese Menschen setzen sich nur selten aktiv für Veränderungen ein, doch die Stimmen dieser Wähler zu gewinnen erscheint mir bei seriöser Parteiarbeit durchaus realisierbar. Direkt an einer Legalisierung interessiert bzw. vom Verbot betroffen sind letztlich nur Gruppe 4 und 5, doch auch deren Stimmgewicht ist in der Summe der Stimmen nicht zu verachten, denke ich.

    Wenn man es als Partei tatsächlich schaffen würde, nicht von Lobbyisten unterwandert und gekauft zu werden, wird man es mittel- bis langfristig auch schaffen genügend Gegengewicht im Bundestag zu bilden um direkten Einfluss auf die Politik und die Gesetzgebung nehmen zu können. Jedenfalls erscheint mir dieser Weg erfolgversprechender als der Versuch das politische „Establishment“ in Ihrer Einstellung zu beeinflussen.
    Denn auch das haben 40 Jahre Cannabis Prohibition gezeigt: Mit stichhaltigen Argumenten, gesundem Menschenverstand und gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen allein ist dieser „Krieg gegen die Drogen“ auch nicht zugunsten des Hanfs zu entscheiden.

    Ich denke es ist an der Zeit eine Partei zu Gründen, welche diese Missstände ernsthaft angeht und die Interessen und Kompetenzen der Millionen Legalisierungs Befürworter in einem politischen „Tag – Team“ bündelt.

    Denn die Legalisierung von Cannabis ist ein Thema über das weite Teile der Bevölkerung leider keine objektive fundierte Meinung haben. Der Grund hierfür liegt in den wechselseitigen Beziehungen zwischen jahrzehntelanger gezielter Desinformation und der weltweit größtenteils restriktiven Gesetzgebung.

    Bei dem Stichwort Haschisch, denkt Otto-Normalverbraucher unweigerlich an Beschaffungskriminalität, Spritzen, und Drogentote. Kaum jemand hat diesbezüglich beschauliche Assoziationen zu einer gemütlichen Weinprobe bei Kerzenlicht in einem alten, gut sortierten Weinkeller. Dies sind denkbar schlechte Voraussetzungen für die Entwicklung einer gehobenen Kultur.

    Jedoch steht der – unter den hierfür erforderlichen politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen betriebene – Kult eines Cannabis Liebhabers um Faktoren wie Herkunft, Sorte, Anbaumethode und Aroma des Genussmittels seiner Wahl, dem Kult und dem zeremoniellen Konsum eines Weinliebhabers in nichts nach.
    Ebenso verhält es sich mit den Gesundheitsrisiken: Bei beiden Substanzen gilt schlicht das Motto des Paracelsus: “Dosis facit venenum.” (deutsch: “Die Dosis macht das Gift.”) Wobei Cannabis ebenso wie Wein ein Kulturgut ist, und in der richtigen Dosierung wohltuend für Geist und Körper wirkt.

    Auch wenn dieses Kulturgut nicht ursprünglich unserem Kulturkreis entstammt, ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Cannabis als Genussmittel für einen gesunden Erwachsenen genauso möglich wie mit Wein.

    Anbei sei bemerkt, dass neben Religionsfreiheit auch eine freie kulturelle Orientierung ein Grundrecht des Menschen ist, daher kann es für eine sachliche Debatte zum Thema auch nicht von Belang sein welche kulturellen Wurzeln ein Genussmittel hat.

    Das dem internationalen Verbot von Cannabis vor allem wirtschaftliche Interessen Vorschub geleistet haben, ist eine Tatsache die niemand bestreiten kann ohne an Glaubwürdigkeit einzubüßen. Zu beginn des letzten Jahrhunderts war Cannabis in jeder Apotheke, gegen eine Vielzahl von Beschwerden zu haben.

    Doch weil Pharma- eben keine Agrarkonzerne sind und der Anbau landwirtschaftlicher Produkte weitaus weniger lukrativ ist als die Entwicklung und Produktion patentrechtlich geschützter Medikamente, wich das Hanfkraut in den Apotheken synthetischen Präparaten wie Aspirin.

    Heutzutage wird der unermessliche medizinische Wert von Cannabis glücklicherweise zunehmend erkannt und weiter erforscht. Ich bin jedes mal auf´s neue erstaunt über die zahlreichen, bereits erkannten Anwendungsgebiete von Cannabis in der Medizin. Und beinahe täglich kommen neue Erkenntnisse und Entdeckungen auf diesem Gebiet hinzu.

    Die regelmäßigen Newsletter der IACM (Internationale Arbeitsgemeinschaft für Cannabinoidmedikamente e. V., http://www.cannabis-med.org), welche ich jedem interessierten sehr ans Herz legen möchte, liefern fundierte und sachliche Informationen zu diesem Thema.

    Doch was den so genannten „Freizeitkonsum“ von Cannabis betrifft, nährt eine verzerrte Wahrnehmung der Gesellschaft bezüglich der Zusammenhänge zwischen Cannabiskonsum und seinen Auswirkungen den Glauben an die Teufelsdroge Hasch. So schenken viele Menschen reißerischen Schlagzeilen und Bildern über minderjährige Cannabiskonsumenten in der Boulevardpresse glauben, ohne zu hinterfragen ob tatsächlich die Droge selbst oder vielleicht vielmehr mangelnde Aufklärung zu solchen Problemen führt.

    Ein jedoch wirklich entscheidendes Risiko für die Entwicklung problematischer Konsummuster, stellt meiner Meinung nach der Mischkonsum von Cannabis mit Tabak dar. Dieser Mischkonsum ist vergleichbar mit dem Konsum von, mit Wodka verdünntem Wein.
    Ein Weinliebhaber welcher sein all abendliches Gläschen Rotwein derart verdünnt, würde sich ebenfalls einem deutlich erhöhten Risiko aussetzen, ein problematisches Konsummuster und letztlich eine gesundheitsgefährdende Alkoholsucht zu entwickeln.

    Die mit Cannabiskonsum einhergehenden Risiken sind zudem maßgeblich vom gesellschaftlichen Umgang mit diesem Thema geprägt. Fehlende Vorbilder für den verantwortungsvollen Umgang mit Cannabis im engsten Umfeld begünstigen ein problematisches Konsummuster, dessen unmittelbare Folge ein sozialer Abstieg sein kann, wenn Jugendliche z.B. wegen Verstoß gegen das Betäubungsmittel-Gesetz in Konflikt mit Eltern, Schule, Polizei und Justiz kommen.

    Ein, aus gutem Elternhaus stammender Jugendlicher, welcher von seinen Eltern den gelegentlichen verantwortungsvollen Genuss eines Joints vorgelebt bekommt wird seltener ein problematisches Konsummuster entwickeln, als ein Jugendlicher welcher mit Cannabis in Kontakt kommt, ohne vergleichbare Vorbilder zu haben und selbst herausfinden muss was für ihn bekömmlich ist.

    Fehlender Konsumentenschutz ist eine hauptsächliche Ursache für gesundheitliche Risiken des Cannabiskonsums.

    Bei der Diskussion über die Legalisierung geht es nicht um die Frage einer, breiten Verfügbarmachung von Cannabis für die Allgemeinheit. Verfügbar ist Cannabis in ausreichendem Maße, sowohl in Deutschland als auch in den USA ist der Markt „gesättigt“. Vielmehr muss die Qualitätssicherung der ohnehin verfügbaren Cannabisprodukte sowie der Schutz der Konsumentengesundheit im Vordergrund der gesundheitspolitischen Diskussion stehen.

    Nach einem Bericht des Cato-Instituts würde die “Legalisierung von Drogen“ allein in den USA ungefähr 41,3 Milliarden US-Dollar [etwa 30 Milliarden EUR] pro Jahr an Ausgaben der Regierung für die Durchsetzung des Verbots einsparen. Die Legalisierung von Cannabis würde allein 8,7 Milliarden US-Dollar [etwa 6,2 Milliarden EUR] jährlich an reduzierten Ausgaben für Strafverfolgungsbehörden und erhöhten Steuereinnahmen einbringen.

    Der ausschlaggebende Punkt, weshalb die Gesellschaft als ganzes und nicht bloß der „kleine Kreis“ der Cannabiskonsumenten ein öffentliches Interesse an einer staatlich kontrollierten Freigabe hat ist, dass diese Gelder für das Sozial- und Gesundheitssystem sowie zur Wirtschaftsförderung und last but not least zur Drogenprävention verwendet werden müssen.

    Das Bild des dauerbreiten jugendlichen Kiffers, der ohne Antrieb und Perspektiven den ganzen Tag sinnlos kiffend vor sich hin gammelt, entspricht nicht dem des durchschnittlichen Cannabiskonsumenten und kann ebenso wenig ein Argument gegen eine Legalisierung von Cannabis sein, wie das Bild des obdachlosen Alkoholikers ein Argument für das Verbot des traditionellen Weinbaus an der Mosel darstellt.

    Das Ziel vernünftiger Drogenpolitik muss die Entwertung von Drogen statt Repressalien für deren Konsumenten sein. Der in den 90er Jahren propagierte Slogan „Keine Macht den Drogen“ muss, in seiner Bedeutung neu interpretiert, wieder der Leitsatz der Drogenpolitik werden. Drogen sind Geld und Geld ist Macht. Kosten Drogen viel Geld, verleiht das wiederum deren Händlern große Macht.
    Der Cannabiskonsument an sich ist kein kriminelles Individuum und hat kein Interesse an (organisierter) Kriminalität oder gar an deren finanziellen Unterstützung. Durch eine Entwertung von Drogen setzt man deren Stellenwert als lukrative illegale Handelsware herab und entzieht dem illegalen Drogenhandel die Basis .
    Auf Seite der Konsumenten ist ein Hoher Preis keine Hemmschwelle für Drogenkonsum. Dies wird deutlich, wenn man die Preisentwicklung von harten Drogen wie Heroin / Kokain mit der von Cannabisprodukten in den letzten Jahren vergleicht. Um 50 bis 80 Prozent sind harte Drogen seit Anfang der neunziger Jahre in den westlichen Industrieländern billiger geworden.
    1990 kostete ein Gramm Kokain in Europa laut Drogenbericht der Vereinten Nationen um die 175 Dollar – heute sind es weniger als 100 Dollar. Heroin bekommt man auf dem europäischen Schwarzmarkt inzwischen sogar für rund 75 Dollar pro Gramm – vor 15 Jahren waren es noch mehr als 250 Dollar. Ähnlich stark sind die Drogenpreise auch in den Vereinigten Staaten verfallen.
    Gleich in mehrfacher Hinsicht herrschen beim Handel mit Kokain, Heroin und Co. andere ökonomische Gesetze als auf “normalen” Märkten, zeigen die Wissenschaftler Claudia Costa Storti von der portugiesischen Notenbank und Paul de Grauwe von der Katholischen Universität Leuven.
    So reagiert die Nachfrage nach Kokain und Heroin wesentlich weniger stark auf Preisänderungen – körperlich abhängige Junkies zahlen nahezu jeden Preis für ihre Droge. Anders als bei normalen Gütern sinkt die Rauschgift-Nachfrage bei steigenden Preisen nur wenig. Zugleich spielen auch die Herstellungskosten für den Schwarzmarkt-Preis von Drogen nur eine untergeordnete Rolle. Experten schätzen, dass sich die Produktionskosten von Kokain gerade einmal ein Prozent des Straßenverkaufspreises ausmachen.
    Der wichtigste Faktor dafür, was man am Frankfurter Hauptbahnhof oder auf dem Hamburger Kiez für Drogen bezahlen muss, sind die Provisionen der Zwischenhändler. Diese Handelsspanne hängt unter anderem von der Risikoprämie ab, die Dealer für ihre Tätigkeiten erwarten – schließlich werden Drogenschäfte in den meisten Ländern hart bestraft. Daneben spielen – wie bei legalen Produkten auch – die Transport-, Lager- und Vertriebskosten eine Rolle.
    Hanf ist eine relativ anspruchslose Pflanze und die Produktion hochwertiger Cannabisprodukte in wirtschaftlich und ökonomisch sinnvollen Größenordnungen, würde einen Abgabepreis ermöglichen, der trotz Besteuerung deutlich unter dem Schwarzmarktwert läge.
    Harte Strafen für Einfuhr, Handel, Ab-und Weitergabe von Cannabisprodukten durch nicht staatlich lizenzierte Personen, würden den Schwarzmarktpreis auf einem hohen Niveau halten und somit den illegalen Handel mit Cannabisprodukten uninteressant machen. Wenn der Preis pro Gramm hochwertigen Marihuanas aus staatlicher Produktion bei etwa € 2,- bis € 3,- läge, würde niemand freiwillig Schwarzmarktpreise von € 7,- bis € 15,- im Einzelverkauf bezahlen.
    Einer Skala, einer Gruppe von Wissenschaftlern, inklusive des britischen unabhängigen wissenschaftlichen Komitees zu Drogen (ISCD) und einem Experten der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) vom 01. November 2010 zufolge, sind Heroin und Crack die zweit- und dritt gefährlichsten Drogen. Am schädlichsten in seinen Auswirkungen auf Konsumenten und Gesellschaft ist demnach Alkohol mit einem Wert von 72, Cannabis kommt in dieser Skala nur auf 20 Punkte, wobei 100 den gefährlichsten Drogen gegeben wurde und null keinen Schaden bezeichnete.
    Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans sagt, dass Alkohol nicht nur ein Rausch- und Genussmittel sondern auch ein Lebensmittel sei. Cannabis ist jedoch viel eher als Lebensmittel zu betrachten, da Cannabis zum Beispiel in den Samen wertvolle Nährstoffe enthält und zudem keine letale Dosierung möglich ist.
    Wenn ein Erzeugnis wie Alkohol trotz einer berauschenden und toxischen Wirkung als Lebensmittel bezeichnet werden darf, dann sind auch berauschende Erzeugnisse des Hanfes, wie THC-haltige Butter und sämtliche daraus zu produzierenden Endprodukte wie Kekse und Kuchen, trotz der berauschenden Wirkung zweifelsfrei als Lebensmittel zu bezeichnen.

    Weiter sagt Frau Dyckmans: „Die Gesundheit ist ein zu wertvolles Gut, um bestehenden Risiken durch eine breite Verfügbarmachung von Cannabis weitere hinzuzufügen.“

    Die Realität sieht jedoch ganz anders aus: Die Verfügbarkeit von Cannabis ist so hoch wie noch nie, bei gleichzeitig gestiegener Gefahr durch gefährliche Streckmittel. Jeder Jugendliche mit dem ich gesprochen habe, könnte kurzfristig Cannabis besorgen und hat mehrere Bekannte wo es Cannabis zu kaufen gibt. Einzig von Qualität und der Erkennung von gefährlichen Verunreinigungen hat niemand eine Ahnung. Wenn der Joint schlecht brennt, wird er halt öfters angezündet – egal Hauptsache es „knallt“ ordentlich. Das ist der weitverbreitete Konsens unter jungen Cannabiskonsumenten. Selbst dem durchschnittlichen Klein-Dealer fehlt oft die notwendige Sachkenntnis auf diesem Gebiet, er wundert sich nur wenn dann doch mal ein Kunde zurückkommt um sich über die Qualität zu beschweren

    Diese gesundheitlichen Risiken werden nur durch eine staatlich kontrollierte Produktion und Abgabe auf ein Minimum Reduziert. Den Rückgang des Cannabiskonsums sowie der Drogentoten einzig als Verdienst der bundesdeutschen Drogenpolitik zu bezeichnen ist fernab jeglicher Realität. Bis auf wenige kleine Ausnahmen hat sich an der gesetzlichen Situation für Cannabis Konsumenten in den letzten Jahren wenig geändert was zu einem Rückgang hätte beitragen können. Im Gegenteil, durch die restriktive Politik bleibt für (potenzielle) Konsumenten der Reiz des Verbotenen bestehen.

    Dieser Reiz des Verbotenen verschafft denjenigen Organisationen einen Vorteil, die sich für vorurteilsfreie Aufklärung und Prävention einsetzten ohne Drogen(- Konsum) zu verteufeln.
    Vereine und Verbände wie beispielsweise Eve & Rave oder der deutsche Hanfverband werden von den Konsumenten als glaubwürdig und ehrlich angesehen und tragen somit wohl mehr zum einem Rückgang des Cannabiskonsums bei, als es die Drogenpolitik der Bundesregierung vermag.
    Wenn mit Blei versetztes Marihuana im Umlauf ist, und die Drogenbeauftragte der Bundesregierung es nicht für nötig hält eine offizielle Warnung herauszugeben, dann kann man ihr auch den Verdienst nicht anrechnen, falls nur wenige Konsumenten schaden erlitten haben weil sie sich gegen den Konsum dieses Giftes entscheiden konnten und entschieden haben.
    Diese Entscheidung ist jedoch nur dank der Warnungen und der Aufklärung des DHV möglich und somit kein Argument für eine greifende Prävention der Gesetze.

  2. Peter Panzen Says:

    legalize it!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  3. HazeFanatikk Says:

    Ich bin der Meinung, dass mit dieser Aktion so einiges bewegt werden kann. Es kann doch nicht sein, dass so mancher Jugendlicher zwischen 13 und 17 sich schon mit hartem Alkohol ins Koma säuft! Das ist ein Problem gegen das bis heute nichts unternommen wurde. Man sollte sämtlichen Alkohol wie Whisky oder Wodka strikt verbieten, denn das schadet der Bevölkerung! Es ist ja den Politikern bekannt, das Alkohol körperlich Abhängig macht, oder sogar zum tod führen kann.
    Also liebe (Nicht)Kiffer beteiligt euch an dieser Aktion. Es kann ja nur besser werden, was habt ihr schon zu verlieren?

  4. Tha ViRoh Says:

    Find ich alles gut agomentiert und entspricht ungefähr meiner Einstellung dem Thema gegenüber

  5. Der Antidrogen-Anton Says:

    “Entkriminalisierung von Cannabis-Konsumenten”
    Kommt ihr leider zu spät, Cannabis-Konsum und allgemeiner Drogenkonsum an sich ist nicht illegal, sollte man als Drogi wissen oder ;)

    Macht doch eine neue sinnvolle Petition ala “Recht eines Jeden, eine Petition starten zu dürfen”…
    ..Ist aber nebenbei auch schon durch, sieht man ja was draus wird

    Bin übrigens Wochenend-Kokser, Antidrogen-Anton ist also mein Alibi-Accountname ihr A**is :)

  6. Nrj_66 Says:

    Na, dann wünsche ich der Gruppe “Drei”, das man diese irgendwo in Bayern mal an den Arsch kriegt oder jmd. Ihnen voll den Dreck verkauft. Dann zeichnet diese Gruppe, im eigenem Interesse, hoffentlich auch mit.

  7. NRj_66 Says:

    Na, dann wünsche ich jenen die der dritten Gruppe angehören, das man diese mal in Bayern an den Arsch kriegt oder Ihnen totalen Scheiß andreht. Dann zeichnen diese hoffentlich auch mit.

  8. Georg Wurth Says:

    @Antidrogen-Anton:
    > Kommt ihr leider zu spät, Cannabis-Konsum und allgemeiner Drogenkonsum an sich ist nicht illegal, sollte man als Drogi wissen oder ;)

    Du hast die Petition offensichtlich nicht gelesen. Sie lautet:

    “Cannabiskonsumenten entkriminalisieren. -
    Der deutsche Bundestag möge Änderungen des Betäubungsmittelgesetzes beschließen, durch die konsumbezogene Cannabisdelikte (Besitz, Erwerb und Anbau geringer Mengen) in Deutschland konsequent entkriminalisiert werden.”

  9. hanflobbyist187 Says:

    na und dann blebts halt illegal sieht man ja in mexico was bei rauskommen kann nelson ha ha

  10. hanffeuerwaffe Says:

    in mexico hat es doch auch mit der Legalisierung geklappt zwar auf die harte tour aber wenigstens legal viva la mexico marihuana for victory

  11. hanffeuerwaffe Says:

    gebt das hanf frei ihr industrieverseuchten lobbyisten

  12. jan Says:

    Mögt ihr mal erzählen,wie es in den “gelobten Ländern” Mexico,Spanien,Portugal,Tschechien aussieht? Ich muss zugeben,ich bin da ziemlich schlecht informiert.
    Abgesehen davon hab ich überlegt,im Sommer evtl. eine Fahrradtour durch Norddeutschland zu machen, evtl. ein paar Festivals abklappern oder bis nach Kopenhagen/Christiania, und auf dem Weg noch Unterschriften sammeln..(naja,ausser wenn unsere Petition bis dahin schon durch ist:) . Gibts hier wen,der mitkommen würde?

  13. admin Says:

    Hallo Jan, schau dir doch einfach mal auf unserer Homepage die Nachrichten-Artikel und Newsletter an, dort ist eigentlich alles dokumentiert was wir wissen und als relevant befanden.

  14. admin Says:

    @ Jan
    Du kannst ja auch einfach mal Spanien, Tschechien etc in die Suchfunktion der DHV-Seite eingeben…

  15. Weedy Says:

    ENDLICH gibt es einen entsprechenden Antrag ! es wurde auch zeit… ich Prädige schon seit Jahren das eine Entkriminalisierung zwingend notwendig ist denn wie mit Menschen/Mitbürgern/Nachbarn umgegangen wird die mit Geringen Bzw. Mittleren Mängen zum eigenbedarf von den Behörden angetroffen werden ist Grausam und einfach nur Diskriminierend wenn es um die frage der Legalisierung geht gibt es nur eines dazu zu sagen – Definitiv JA ! – Legalize it !

  16. jackel Says:

    Ich sage ganz klar : Der Verantwortungsvolle Konsum von Cannabis sollte klar im Vordergrund stehen! Und das wäre mit Raucher-Clubs (Oder “Kiffer-Clubs”) durchaus realisierbar.

    1. Durch diese Clubs wäre es Jugendlichen ausserdem definitiv schwerer möglich, an Cannabis oder seine Nebenprodukte zu gelangen, da man durch eine Anmeldung in so einem Club sich gleichzeitig verpflichtet, Cannabis oder seine Nebenprodukte nicht an dritte, insbesondere Minderjährige, zu veräußern oder zu verkaufen.

    Also ganz klar, supporten, schreibt alles an, mobilisiert alles, schreibt plakate man, scheisst euren Keulen aufn Kopf wenn das nötig ist, aber tut alles damit das publik wird, denn ohne die Öffentlichkeit zerfetzen die das Ding in leckere, mundgrechte happen!!!!

  17. Oli Says:

    Ja ,
    Viele Punkte in diesem Forum finde ich sehr Intressant.
    Da ich selbst gerne mal ein Rauche ,um u.a meinen zu hohen Blutdruck mit andren mitteln , als Tabletten zu bekämpfen.Entspannend ,!

    Ob eine Partei diesbezüglich Sinn macht , keine Ahnung –>aber davon warscheinlich zu viel :o )

    Viele Länder machen es uns vor wie es geht.Holland allen voran
    Natürlich gibt es immer 2 Seiten einer Medaille ,aber der Autor nimmt mir das Wort aus dem Mund , wenn er mich erinnert : Das man Alkohol auch nicht an den Suchtleichen am Strassenrand festmacht.

    Ich bin für eine Legalisierung.Absolut , und jede Art von Ablehnender haltung der Bundesregierung will mir nicht einleuchten-.
    Da ich es benutze um meinen Gesundheitszustand zu verbessern.
    Und ich bin es leid mich und meine besten Freunde Kriminalisieren zu lassen

    mÖÖp !!

  18. Smoke and Shut up Says:

    Hallo,

    am besten ist es tatsächlich direkt zu handeln und das Cannabis zu legalisieren ohne Diskussionen und ohne negative Darstellungen zu irgendwelchen Gruppenwörter z.B. Drogen, Medizin und Wissenschaft. Vor allem in einer systematischen negativen oppositiven staatlichen Struktur wo viel Wissen hin und her stürmt, sollte darauf geachtet werden, dass auch die Vergessenheit und die positive Sprechung eine grosse Rolle spielen muss. Grade in einem Staat wie Deutschland wo systematisches Alltagsleben herrscht z.B. die Anpassung etc.. Die Zielsetzung und Umsetzung sollte den Umgang wie Alkohol behandeln, als ein Genussmittel des Rausches.
    Schließlich ist es ein Teil der Natur und nicht ein Zweifel der Justiz.

    Zudem kann man sich auch mit den Niederlanden zusammensetzen, denn die haben auch schon einige Erfahrungen in diesem Bereich, damit meine ich später, wenn das Cannabis legalisiert wird. Ausschließlich die Verarbeitung und Züchtung des Cannabis.

    Der Umgang mit der Polizei ist dann auch gelassener, man spürt diese Macht nicht, wenn ihr wisst was ich meine.
    Der ganze Alltagszweifel wird aus der Öffentlichkeit einfach so verschwinden.

    Die Clubs sollten als Coffeshop oder umgangssprachlich als Gaststätte benannt werden. Club hört sich so abisoliert an.
    In einem Coffeshop kannst du essen und trinken (snacken). Schon die Schreibweise deutet hin, dass die Idee von Engländern kommen könnte. Club mit C und im deutschen wird es mit K geschrieben, Klub. Es sollte an die niederländische Ideenumsetzung angesetzt werden und nicht an eine politisch englische. In den Niederlanden ist nicht gleich jede Gaststätte ein Cannabis Schuppen.

    Legalized, Smoked and Shut up
    Ist glaube Ich die beste Lösung. :)

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